Natürlich brauchen wir Fresh expression!

von Tobias Graßmann (@luthvind)

Я хочу велосипед и чистой футболкой
Падать, падать, падать, падать в грязь
– Монеточка –

Übs.: Ich will ein Fahrrad und ein reinweißes T-Shirt
Stürzen, stürzen, stürzen, in den Schlamm stürzen

Jüngst wurde in der digitalen Kirche bekannt, dass das in vieler Hinsicht prägende Projekt „Kirche hoch zwei“ – zumindest in dieser Form – zu einem Ende kommt. Überraschend kam dies nicht zuletzt, weil Sandra Bils als eine der beiden Zentralfiguren des Projekts noch dieses Jahr eine viel beachtete Predigt auf dem Kirchentag gehalten hatte (man erinnere sich an die #Gurkentruppe). Mittlerweile liegt auch eine Stellungnahme und persönliche Bilanz von Maria Herrmann vor, die neben Sandra Bils der programmatische Kopf hinter „Kirche hoch zwei“ ist.

„Kirche hoch zwei“ hat sich inspirieren lassen von den Fresh Expressions of Church, wie missionarische Aufbrüche insbesondere in der englischen und schottischen Kirche genannt werden. Diese sammeln sich unter dem Programm einer mission shaped church: eine Kirche, die ihre Gestalt von ihrer Sendung in die Welt her empfängt. Die Geschichte hinter diesen Begriffen ist hier nicht zu erzählen. Es dürfte aber auf der Hand liegen, dass solche Impulse auch in unseren deutschen Kirchen dringend benötigt werden! Die Nachrichten zu „Kirche hoch zwei“ regen daher auch mich, der ich dem Projekt aus der Ferne in eher kritischer Solidarität verbunden war, zu Überlegungen an.i Wie sollte es nun weitergehen auf der Suche nach Fresh Expressions?

Das Projekt „Kirche hoch zwei“ hat im losen Netzwerk der digitalen Kirche viel angestoßen. Kaum jemand scheint noch zu bezweifeln: Wir brauchen die Suche nach neuen Formen, wie man heute als Gemeinde leben und die christliche Botschaft verkündigen kann. Lebensnah und gegenwartshungrig, manchmal unkonventionell und darin auch irgendwie unerhört. Wir brauchen dazu Experimente, wir brauchen den Mut zum Risiko, ja auch zum Scheitern. Wir brauchen Institutionen, die sich solche Experimente einfach mal leisten und Personen nicht auf Misserfolge festzuschreiben, sondern die gute Idee im misslungenen Versuch würdigen. Wir brauchen in der Kirche eine neue Kultur, in der man auch von Erfolgen reden darf. Und, meinetwegen, auch ein paar griffige Slogans aus der Kreativwirtschaft. Das alles kann man dann von mir aus Start-Up-Kultur nennen. Also ja, wir brauchen Mission, die unsere Kirche in neue Formen überführt – Mission abseits der Zerrbilder, die man damit landläufig so verbindet.

Aber sind am Ende dieser initialen Phase, die so stark von „Kirche hoch zwei“ geprägt war, vielleicht auch Kurskorrekturen vorzunehmen? Was können wir als Kirche und Theologie aus den Erfahrungen lernen, die Maria Herrmann schon einmal rückblickend von der Kommandobrücke aus reflektiert hat? Ich versuche – nun ganz persönlich! –, ein paar für mich weiterführende Gedanken zu formulieren.

„Kirche hoch zwei“ – das sollte für Kirche in einer neuen Dimension stehen. Oft und selbstbewusst wurde daher der Anspruch erhoben, auf diesem Wege eine geeinte Christenheit zu verwirklichen. Maria Herrmann wünscht sich: Einen Geist, der neue Formen der Ökumene feiert und sie als Gründungsnetzwerk der Kirche (Singular!) versteht.ii Und man kann ja auf dem Standpunkt stehen: Dieser Singular allein sei einer Gegenwart angemessen, die kein Gespür für konfessionelle Pluralität mehr hat und auch wenig Verständnis für diese Unterschiede aufbringt. Unbestreitbar ist damit eine christliche Sehnsucht nach sichtbarer Einheit treffend erfasst.

Aber ist es wirklich nötig, die Suche nach FreshX mit dieser Ökumenekonzeption zu belasten? Gewiss, es lassen sich viele Projekte denken, bei denen die konfessionelle Herkunft der Beteiligten, der Initiatoren und Zielgruppe einfach keine Rolle mehr spielen. Gleichzeitig könnte es sein, dass sich gerade aus dem Schatz der einzelnen Konfessionen und ihrer Frömmigkeit neue Impulse entwickeln lassen. Diese könnten dann wiederum nicht zuletzt von Menschen anderer Konfessionen (oder Nicht-Christinnen*) als neue, für sie interessante Formen entdeckt werden. Wenn das so ist – und faktisch scheint mir „Kirche hoch zwei“ diesen Weg beschritten zu haben! – , dann spricht das eher für ein dialogisches Verhältnis der Konfessionen, das die Spannung produktiv verwandelt. Sollte dagegen der Verdacht aufkommen, es werde offiziell jenseits der Konfessionen und im Namen der Ökumene unter der Hand doch eine einseitig-konfessionelle Frömmigkeit propagiert, wäre dies schade.

Ähnliches lässt sich mit Blick auf die Ortsgemeinden und etablierten kirchlichen Strukturen sagen. Die Selbstbezeichnung FreshX – wiederholt wurde darauf hingewiesen – verleitet schon semantisch dazu, in den Ortsgemeinden und ihren traditionellen Gottesdienstformen nur die veralteten, absterbenden, eben nicht mehr frischen und lebendigen Gestalten von Kirche zu sehen. Manchmal erschien mir der eigene Anspruch, Grenzen zu sprengen und das schlechthin Neue zu bringen, dann doch so zugespitzt, dass die traditionellen Kirchengemeinden eher als Hindernis des göttlichen Geistes erscheinen mussten. Das aber tut all denen Unrecht, die sich innerhalb der traditionellen Strukturen nach Kräften bemühen, das Evangelium zu verkünden und den Menschen zu dienen. Und was soll eigentlich das Ziel dieser Frontstellung sein? Faktisch wird das Überleben experimenteller Formen noch auf lange Sicht von diesen traditionellen, gewachsenen Strukturen abhängen. Nur sie können die Ermöglichungsräume tragen, personell, finanziell und vielleicht auch spirituell. Gerade in den Kerngemeinden sind auch viele Unterstützer zu gewinnen, die an etablierten Formen hängen und sich zugleich nach Aufbrüchen sehnen. Dort sind Schultern, die mittragen können und wollen! Und müsste man nicht auch darauf hoffen, dass sich an den Rändern der beackerten Gemeindeflächen ein Wildwuchs neuer Formen bildet, weil Menschen sich von den gewagteren Aufbrüchen inspirieren lassen, ohne der StartUp-Kultur in allem nachzueifern?

Irgendwie schwierig gestaltet sich bisher auch das Verhältnis zur akademischen Theologie. Aber gesetzt, es gäbe an den Fakultäten Theologinnen und Theologen, die thematisch neue Wege beschreiten, Theoriehorizonte weiten und alte Fragestellungen neu konfigurieren – müsste man hier nicht die Verbindung suchen? Zu stark, scheint mir, hat man sich mit einer bestimmten Ehrenamtstheologie belastet, die professionell-kirchliche Ausbildung und wissenschaftsförmige Theologie im Kern abwertet. Dabei zeigen nicht zuletzt die Zentralfiguren von „Kirche hoch zwei“, die selbst ihre akademischen Meriten erworben haben bzw. noch anstreben, dass es meistens den Umweg über die Theorie braucht, um die scheinbar selbstverständliche Praxis in neuem Licht zu sehen.

Speziell aus der Perspektive der Praktischen Theologie stellt sich die Frage, wie man es eigentlich mit der eigenen Zielgruppe hält. Oft wurde und wird in der Kirche die Orientierung an Zielgruppen beschworen. Von außen betrachtet meldet sich die Kritik an, ob man sich diese Zielgruppe nicht mitunter zu sehr nach dem eigenen Bild erschaffen hat. Viele FreshX-Projekte scheinen sich in einer sehr schmalen Nische zu drängeln, der Lebenswelt junger, urbaner Akademikerinnen und Akademiker, auf der Suche nach sich im Prozess der Ablösung vom kirchlichen Herkunftsmilieu. Diese Spezialisierung ist legitim, aber vielleicht einfach nicht breit genug. Vielleicht wäre es doch wichtig, den alten Anspruch der Volkskirche mitzuführen – also stärker in Sozialräumen und von gesellschaftlichen Bedürfnissen aus zu denken als in persönlichen Begabungen und Neigungen. Gerade, wenn man den Anspruch einer göttlichen Sendung hinaus in die Welt ernst nimmt!

Vielleicht ist für die Initiatorinnen und Initiatoren künftiger Projekte auch die biblische Leitfigur der Prophetin nicht nur glücklich. Möglicherweise sind hier und da weniger charismatische Anführer gefragt als unauffällige Ermöglicher – also mission shaped ministry im Wortsinn. Menschen, die diskret ihren Dienst leisten am Wort und am Nächsten, jenseits der breiten Pfade, aber auch ohne knallige Ästhetik und hochtönende Verheißungen. Möglicherweise lässt sich beides auch kritisch in der Schwebe halten. Bescheidene, diskrete Prophetie, ist so etwas denkbar? Mit dem Auge für Lücken und Risse in der Sozialstruktur, die Menschen im Dienst des Evangeliums füllen können. Vielleicht muss man alles noch viel kleiner, kurzfristiger, dezentraler denken. Vielleicht muss man das Tau der großen Bewegung wieder in ein Netz von Einzelfäden auflösen.

Es ist zu wünschen, dass das Experiment „Kirche hoch zwei“ nicht das letzte seiner Art und schon gar nicht Ende der kirchlichen Suchbewegungen war. Es bleibt der Dank an „Kirche hoch zwei“ für unermüdliche Arbeit und so manche fruchtbare Provokation. Lassen wir uns von der eigenen Sendung her verwandeln!


3 Gedanken zu „Natürlich brauchen wir Fresh expression!“

  1. Lieber Tobias,
    ich finde es gut, dass ihr mit NThK ein Projekt ins Leben gerufen habt, das hier und auf verschiedenen Kanälen Debatten auslöst. Euer Kernanliegen, die Vernetzung unter Theolog*innen, zwischen theologischen Disziplinen, vor allem aber die Vernetzung von akademischer Theologie und Praxis, finde ich uneingeschränkt begrüßenswert und wichtig. Ich nehme eure Artikel von Zeit zu Zeit zur Kenntnis und finde es sinnvoll, dass es diese Plattform gibt, auch wenn ich mich normalerweise nicht dazu äußere.
    Dein Artikel über das Aus von Kirche² hat mich erst nachdenklich, dann ärgerlich gemacht. Da ich kein Twitter-User bin, möchte ich hier ein wenig meiner inhaltlichen Einschätzung, aber auch meiner emotionalen Reaktion Luft machen.
    Zunächst zu deiner ekklesiologisch-ökumenetheologischen Kritik. Dass auf Seiten von fresh X oder auf Seiten von Kirche² «[o]ft und selbstbewusst […] der Anspruch erhoben [wurde], auf diesem Wege eine geeinte Christenheit zu verwirklichen» scheint mir sehr in die Irre zu führen bzw. überhaupt nicht die Frage zu sein, die in diesem Kontext wichtig ist. Dass «die Kirche» in dem Beitrag von Maria Herrmann im Singular steht, kann doch nicht ernsthaft jemanden beirren, dessen Forschungsschwerpunkt Orthodoxietheorie und Bekenntnishermeneutik ist. Wenn ich recht sehe, bekennen auch reformatorisch geprägte Christ*innen im Credo die eine heilige allgemeine Kirche. Mehr als das stört mich aber, dass es keineswegs so ist, als hätte fresh X (oder Kirche²) die Suche nach neuen Formen «mit dieser Ökumenekonzeption» belastet.
    Zum einen ist es natürlich in der Tat so, dass es «kein Gespür für konfessionelle Pluralität» mehr gibt. Darin ein Problem zu sehen, scheint mir aber eher ein Hobby akademischer Theolog*innen (und da nehme ich mich nicht aus) zu sein als eine echte Zukunftsfrage der Kirche. Überhaupt ist das Thema Ökumene wie du weißt deutlich komplexer als es deine Gegenüberstellung von Konsensökumene und Ökumene der Profile andeutet.
    Zum anderen aber, und das ist mir wichtiger, besteht zwischen deiner These vom gegenseitigen Lernen, vom Schöpfen aus dem «Schatz der einzelnen Konfessionen» und der tatsächlich geleisteten Arbeit von Kirche² oder anderen fresh-X-Initiativen überhaupt kein Widerspruch. Du schreibst, dass sich Kirche² der Nivellierung konfessioneller Unterschiede verschrieben habe («[F]aktisch scheint mir ‘Kirche hoch zwei’ diesen Weg beschritten zu haben!»). Ich habe da einen anderen Eindruck. Es ging und geht den Initiator*innen dieser und anderer Projekte m.E. keineswegs um die Nivellierung konfessioneller Differenzen. Daher trifft die Kritik auch nicht zu. Erst recht halte ich es für zweifelhaft, dass man aus diesem Ende legitimerweise «lernen» kann, welche Ökumenekonzeption zukünftig zielführender ist.
    Dass fresh X dazu neige, Bestehendes in Frage zu stellen, scheint mir ein Zerrbild zu sein, das auffällig häufiger von der Seite der Kritiker*innen kommt, als von Seiten der fresh-X-Befürworter. Diese fordern vielmehr eine Vielfalt an Formen. Diese Debatte ist ja mittlerweile rauf- und runterdiskutiert. Dass hergebrachte parochiale Strukturen und neue Ausdrucksformen von Kirche nebeneinander bestehen sollen, ist common Sense in der Fresh-X-Community. Überhaupt geht es konzeptionell weniger darum, fresh zu sein als kontextuell zu sein.
    Ich habe auch nicht den Eindruck, dass sich fresh X aus der Lebenswelt des «kirchlichen Herkunftsmilieus» entfernt habe. So wie ich fresh X wahrnehme, gibt es hier eine Vielfalt, die von diesem Vorwurf gar nicht erfasst wird. Zu den pluralen Kontexten von fresh-X-Initiativen gehören beispielsweise auch diakonisch ausgerichtete Projekte in ländlichen Regionen. Dass es eine Pluralität an Kontexten gibt, daran wird von der Seite aus nicht gezweifelt. Auch hier ärgert mich die mangelnde Wahrnehmung dessen, was ist.
    Ich sehe darüber hinaus nicht, dass sich fresh X dezidiert gegen eine «professionell-kirchliche Ausbildung» wendet. Ich würde eher den Spieß umdrehen und mich dabei auch auf das Grundanliegen eures Blogs beziehen. NThK ist doch angetreten, die Verbindung von Universität und Kirche zu stärken. Anlass für die die Gründung war doch die Wahrnehmung, dass hier eine Leerstelle besteht. Das kann aber doch nicht heißen, dass es ein fehlendes Interesse der Kirche (inklusive fresh X) an der Theologie gibt. Vielmehr ist es doch auch die akademische Theologie, die (und auch hier nehme ich mich nicht aus) zu wenig den Kontakt zu Fragen der gegenwärtigen Wirklichkeit des Christentums sucht. Ich frage mich: Wenn eine Person aus der fresh-X-Bewegung auf mich zukommt und mich fragt, wo er oder sie Theologie für seinen oder ihren Kontext findet: Was würde ich da guten Gewissens antworten? Die Abwertung «einer bestimmten Ehrenamtstheologie» finde ich gelinde gesagt schwierig. Ich halte Formulierungen wie diese für unreformatorische Versuche, Autorität zu begründen.
    Zum Schluss möchte ich noch einen Eindruck loswerden, der etwas mit dem Stil des Artikels zu tun hat. Du beanspruchst zu Beginn deines Artikels, «ein paar für mich weiterführende Gedanken zu formulieren». Auf den folgenden Zeilen gehst du aber deutlich darüber hinaus. Das beste Beispiel ist für mich der Schlusssatz: «Es bleibt der Dank an ‘Kirche hoch zwei’». Stell dir vor, ich hätte mich über NThK noch nie vernehmlich geäußert; stell dir vor, NThK würde – aus welchen Gründen auch immer – eingestampft. Und nun stell dir vor, ich würde einen Artikel schreiben, in dem ich dir, Niklas Schleicher und den anderen Beteiligten von NThK (in wessen Namen eigentlich?) herzlich danke und ‘Lehren’ aus eurem Projekt ziehe. Es mag nur meine Phantasie sein, aber ich glaube: Ich an eurer Stelle fände das ein wenig vermessen.
    Ich finde es auch methodisch schwierig, einen sehr persönlichen Blogeintrag (von Maria Hermann) mit biographischen Hintergründen zum Anlass zu nehmen, ‘Lehren’ aus einer Situation zu ziehen, dessen Hintergründe nicht hinlänglich bekannt sind. Hier gehen m.E. grundsätzliche ekklesiologische und theologische Auffassungen sowie Beurteilungen konkreter Umstände und Meinungen durcheinander. Was ich mir von einem Medium wie NThK wünsche, ist etwas anderes: nämlich Neugier und das Bestreben, voneinander zu lernen.
    Mit bestem Gruß,
    Georg Kalinna

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Georg,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und dass du uns an deinen Leseeindrücken teilhaben lässt. Vieles davon kann einfach als Ergänzung oder sachlicher Widerspruch zu meinem Text stehen bleiben, doch auf ein paar Details möchte ich doch noch einmal eingehen:

      1. Ob ich die Ökumenekonzeption hinter Kirche² richtig erfasst habe, kann man diskutieren. Dass man protestantisch zwischen der verborgenen Einheit des Leibes Christi und der sichtbaren Verwirklichung dieser Einheit zumindest unterscheiden muss, sollten wir uns einig sein. Einheit der Kirche schließt, kurz gefasst, Mehrzahl der Kirchen nicht aus. Dann sollte man aber nicht *nur* im Singular von Kirche reden. Diese Differenzierung fordere ich ein.

      2. Den von dir zitierten Satz verkehrst du in sein glattes Gegenteil. Meine Wahrnehmung ist ja gerade, dass Kirche² und verwandte Projekte *faktisch* eben gar keine so starke Nivellierung der Konfessionen betreiben. Und daher mit einer stärker „differenzökumenischen“ Konzeption vielleicht sogar angemessener verstanden werden könnten…

      3. Auch die Formulierung der kirchlichen Herkunftsmilieus ist etwas anders gemeint, als du sie zu verstehen scheinst. Der Vorwurf lautet hier nicht „Entfernung aus dem kirchlichen Binnenraum“ (das ist schon ok und soll ja sein), sondern mit den Worten J. Scharpfs: „Hipster- und Craft-Beer-Kirche“ für Leute, die eigentlich gar nicht wirklich draußen stehen, sondern nur eine coolere Nische suchen. Was – wie gesagt – ja auch ok ist, ich wünsche mir einfach mehr. Den Hinweis auf ländlich-diakonische Projekte finde ich gut. Ich plädiere einfach dafür, diese Seite von FreshX stärker herauszuarbeiten und besonders ins „digital kommunizierte“ Bild einzubeziehen.

      4. Ehrenamtstheologie ist nicht als „Theologie von Ehrenamtlichen“ misszuverstehen (wer sollte da etwas dagegen haben?), sondern als theologische Lehre vom Ehrenamt; also eine Wortbildung wie Schöpfungstheologie, Sakramentstheologie oder eben Amtstheologie. Hier meine ich schlicht, dass man den Wert und das Wesen von „Ehrenamt“ nicht durch die Überbietung des professionellen Amtes bzw. der Ämter in der Kirche bestimmen sollte. In welchem Maß das wirklich geschieht, kann man diskutieren, mir gegenüber wurden solche Argumente schon geäußert. Eine Abwertung von Ehrenamtlichen oder eine autoritäre Position erkenne ich in meiner Position nicht.

      5. Der Standpunkt des Artikels bleibt immer der eines Einzelnen im „diffusen Netz der Digitalen Kirche“. In deren Namen bedanke ich mich, wobei ich zugestehe, dass mir das nicht ganz leicht gefallen ist. Aber zu meinen theologischen Grundsätzen gehört, gerade auch dort die Stärken zuzugestehen und zu würdigen, wo man zunächst große Widerstände verspürt. Ob bei Eilert Herms oder Maria Herrmann.

      (Letzte Bemerkung: Bei uns die Bereitschaft, neugierig zu sein und von einander lernen zu wollen, anzumahnen, finde ich etwas verwunderlich angesichts der Tatsache, dass der von mir zunächst als fruchtbar und wertschätzend empfundene Austausch damals von Maria erst auf die Ebene persönlicher Unterstellungen verschoben und dann die Einladung zu einem klärenden Gespräch lieber „mit der Blocktaste“ beantwortet wurde. Aber gut, so was steht natürlich jeder* frei… )

      Mit besten Grüßen und noch einmal vielem Dank ;-), mir Anlass zu Klärungen geboten zu haben,
      Tobias

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