Allein mit der Schrift.

Zur innerprotestantischen Ökumene

von Tobias Graßmann

 

Die Formulierung „innerprotestantische Ökumene“ hat den Beiklang des Paradoxen. Die meisten Christen dürften bei „Ökumene“ erst einmal an die Verständigung zwischen Protestanten und Katholiken, möglicherweise noch mit den Ostkirchen denken. Und selbst, wenn man die innerprotestantischen Differenzen zwischen Lutheranern und Reformierten im Blick hat, scheint es sich dabei um eine bloß historische Kategorie zu handeln. Schließlich haben die Entwicklungen, an deren Anfang die Barmer Theologische Erklärung steht und deren Höhepunkt die Leuenberger Konkordie von 1973 markiert, diesbezüglich zu einer Entschärfung der einst so drastisch empfundenen Lehrgegensätze geführt, zur Kirchengemeinschaft, zur gemeinsamen Feier des Abendmahls und vielerorts zu einer weitgehenden Vermischung der beiden evangelischen Konfessionen. Wo dieses Verhältnis überhaupt noch als Gegenüber erlebt wird, wird es selten als problematisch, sondern vielmehr als Bereicherung empfunden.

Aber wie sieht es aus mit der theologischen Verständigung und praktischen Kooperation zwischen dem landeskirchlichen Protestantismus und den vielfältigen Gestalten evangelikalen Christentums? Oft wird dieses Feld, das hier als innerprotestantische Ökumene in den Blick genommen werden soll, noch nicht einmal als Aufgabe und Herausforderung empfunden. Dieser Beitrag soll aus der Perspektive des landeskirchlichen Luthertums die Wichtigkeit dieser Aufgabe herausstreichen, die zentralen Herausforderungen nennen und mögliche Wege in den Dialog skizzieren.

Wer sind „die“ Evangelikalen?

Es ist umstritten, wer eigentlich korrekt als „evangelikal“ zu bezeichnen ist und wer für diese Gruppe sprechen kann. In letzter Zeit war diese Frage etwa auf Twitter immer wieder Gegenstand der Diskussion. Dabei weisen einige Personen, die sich selbst den Evangelikalen zurechnen würden, auf die Heterogenität dieser Gruppe hin und verwahren sich gegen die pauschale Zuschreibung bestimmter Eigenschaften. Diese Einwände sind im Kern sicher berechtigt. Trotzdem lässt sich eine einigermaßen präzise Beschreibung evangelikalen Christentums entwickeln – im Bewusstsein, dass diese Beschreibung eine weder erschöpfende, noch umfassende Definition bietet.

Zusätzlich ist auf der Ebene der Akteure zu beachten, dass es zwar verschiedene Organisationen und Institutionen mit der Selbstbeschreibung „evangelikal“ gibt, aber diese jeweils nur einen Ausschnitt des Spektrums vertreten. Die evangelikale Szene ist – schon der Begriff Szene drückt das ja aus! – aus Sicht der protestantischen und katholischen Großkirchen unübersichtlich und fluide.1

Hier soll unter „evangelikal“ eine bestimmte Frömmigkeitskultur begriffen werden, deren Grenzen naturgemäß nicht klar zu bestimmen sind. Sie lässt sich aber durch typische Merkmale charakterisieren, die nicht immer verwirklicht sein müssen, aber auf viele evangelikale Christen zutreffen.

Evangelikale, wie ich sie hier verstehe, pflegen tendenziell ein auf Einheitlichkeit und buchstäbliche Geltung der Schrift bedachtes Bibelverständnis. Ihre Frömmigkeit ist christus- bzw. jesuszentriert, wobei weder die christologischen Unterscheidungen noch die Trinitätslehre als theologisches Fundament der Christologie eine entscheidende Rolle spielt.2 Evangelikale verstehen sich als „entschiedene“, „bekehrte“, intensive und bewusste Christen, was häufig (aber nicht immer!) eine Präferenz für die freikirchliche Organisation von Gemeinden und die Mündigentaufe als bewusste Entscheidung für Christus bedeutet. Auch dort, wo sie in der Landeskirche beheimatet bleiben, hegen Evangelikale gewisse Skepsis gegenüber volkskirchlichen Strukturen und Institutionen. Ein starker Missionsdrang, der in einem exklusivistischem Heilsverständnis wurzelt (d.h. wer sich nicht zu Christus bekennt, ist vom Heil ausgeschlossen), ist ebenso charakteristisch wie eine rigide Individualethik, wobei oft eine Nähe zu politisch konservativen bis teilweise auch rechten Positionen (z.B. bezüglich Abtreibung, Eheverständnis, Homosexualität, Klimaschutz, Geschlechterrollen) zu konstatieren ist. Freilich ist hier vieles in Bewegung, ökologische Themen oder Gerechtigkeitsfragen scheinen aktuell wichtiger zu werden. Nicht selten begegnet die Erwartung eines Tun-Ergehens-Zusammenhangs: Erfüllung der göttlichen Gebote führt zu persönlichem Glück sowie Erfolg in Beruf und Familie. Die Gottesdienste orientieren sich am Vorbild amerikanischer Erweckungsprediger. Sie sind gekennzeichnet durch einen Vorrang von Lobpreis und freiem Gebeten, während Zweifel an und Klage gegenüber Gott kaum eine Rolle spielen.

Wenn man diese holzschnittartige (!) Charakterisierung der evangelikalen Frömmigkeit mit der Selbstbeschreibung der meisten landeskirchlichen Christinnen und Christen vergleicht, so ist das Konfliktpotential leicht ersichtlich. Moralischer Rigorismus trifft auf Individualismus in ethischen Fragen, das Bemühen um Eindeutigkeit auf das Ziel der Pluralismusfähigkeit, starker Missionsdrang und ein klares Bekenntnis zu Christus auf eine weitgehend privatisierte Religion.

Kurz und prägnant gefasst: Ein Christentum, das sich viel auf seine Modernität einbildet – und dafür so manchen Selbstwiderspruch sowie eine merkwürdig selektive Erinnerungskultur in Kauf nimmt –, trifft auf eines, das stolz darauf ist, sich dem modernen Zeitgeist zu verweigern und allein Jesus zu folgen – natürlich mit PowerPoint-Präsentation und Keyboard im Gottesdienst!

Diese Spannungen brechen freilich auch innerhalb der evangelischen Landeskirchen, teilweise auch der katholischen Kirche, auf. Die evangelikale Szene ragt in die großen Kirchen herein und vereinigt sich dort mit pietistischen Strömungen, die ihrerseits oftmals aus den Kerngemeinden an die Ränder der Landeskirchen wandern. In Hauskreisen, in der Sakropop-Szene und im Umkreis bestimmter Pfarrpersönlichkeiten kommt es so zur Vermischung von Personenkreisen, welche die Grenzen von freikirchlich und landeskirchlich nahezu unsichtbar macht.

Wollen wir das überhaupt?

An dieser Stelle höre ich nun förmlich die Vorbehalte vieler Gemeindeglieder, Pfarrerinnen und Pfarrer: Dialog und Kooperation mit den Evangelikalen – wollen wir das überhaupt? Handelt es sich dabei nicht um Fundamentalisten, um unsere christliche Variante des IS-Fanatikers? Sekten, innerhalb wie außerhalb der Kirche, vor denen unsere Sektenbeauftragten und Mütter uns immer gewarnt haben? Muss es da nicht heißen: Warnen und aufklären, aber bloß kein Dialog mit denen, kein Podium bieten?

Diese Vorbehalte und Berührungsängste sind da. Zum Teil erwachsen sie aus unangenehmen Begegnungen (von denen ich auch einige schildern könnte), zum Teil aus historisch gewachsenen Vorurteilen. Denn das Luthertum als Konfession ist in einer speziellen Konfliktkonstellation entstanden: Die Bekenntnisschriften sind Dokumente einer theologischen Klärung, im Zuge derer sich das Luthertum begreift als die Mitte zwischen der römischen Papstkirche zur Rechten, den radikalreformatorischen „Schwärmern und Rottengeistern“ zur Linken. Es liegt nahe, dass gerade mit Blick auf die Frei-Evangelischen unter den Evangelikalen die Polemik der Reformatoren gegen die „Rottengeister und Schwärmer“ nachwirkt. Und die Evangelikalen innerhalb der Kirche werden dann schnell als fünfte Kolonne dieser Schwarmgeister betrachtet, als reißende Wölfe im Schafspelz.

Aber diese doppelte Frontstellung der Reformationszeit ist heute überholt, will man sie als rein polemisches Verhältnis verstehen. Dagegen kann sie Orientierung bieten, wenn sie sich in ein doppeltes Verhältnis konstruktiver Kritik überführen lässt. Denn jede dieser Abgrenzungen zur einen Seite impliziert eine Gemeinsamkeit mit der anderen. Dafür sollte das Bewusstsein geschärft werden.

Freilich hat die ökumenische Bewegung der Vergangenheit vor allem dazu geführt, die Gemeinsamkeiten mit der römisch-katholischen Kirche und das geteilte mittelalterliche Erbe neu zu entdecken. Das ist sehr zu begrüßen, aber treibt mitunter merkwürdige Blüten. Mir klingt noch ein Gespräch im Ohr, das einmal am Rande einer Pfarrkonferenz geführt wurde. Dort äußerte ein ökumenisch gesinnter Kollege seine Hoffnung: Mit zunehmender Annäherung der großen Kirchen könne einmal gemeinsam „aufgeräumt“ werden mit den „fundamentalistischen“ Freikirchen. Diesem Ziel einer ökumenischen Waffenbruderschaft, das ein unseliges Vorbild in den Bauernkriegen hat und vermutlich auch bei einigen Katholiken auf Zustimmung stoßen würde, sollte sich das Luthertum auf keinen Fall verschreiben.

Statt dessen sollte sich das Luthertum als Vermittlerin begreifen, die zwischen den Weltkirchen der römisch-katholischen und anglikanischen Kirchen auf der einen, den protestantischen Freikirchen reformierter, baptistischer und charismatischer Prägung auf der anderen Seite steht. Befähigt ist es dazu, weil sich das doppelte polemische Verhältnis in ein doppelt konstruktives überführen lässt. Dann wären Gesprächskanäle in beide Richtungen zu öffnen und zu pflegen.3 Für diesen Dienst an der Einheit der Kirche Jesu Christi könnte das Luthertum aus seiner Geschichte heraus und von seiner Organisationsstruktur her besonders befähigt sein. Ist dies der Fall, dann muss es im Interesse des Luthertums sein, die innerprotestantische Ökumene voranzutreiben.

Worüber müssen wir reden?

Soll die Verständigung zwischen landeskirchlichem Protestantismus und evangelikalen Christen ein Erfolg werden, so muss man erst einmal versuchen, aus der Fülle der Differenzen zentrale Streitpunkte einzukreisen. Diese dürften sich alle um eine gemeinsame Mitte gruppieren lassen: das Verständnis der Bibel als Heiliger Schrift, ihre angemessene Auslegung und ihre Bedeutung für das christliche Leben.

In der Begegnung mit evangelikalen Christen erleben Theologen des evangelischen Mainstreams häufig einen Umgang mit der Bibel, der als „fundamentalistisch“ oder „biblizistisch“ bezeichnet werden kann. Sie sehen sich mit einer Fülle an Zitaten konfrontiert, die das laue Volkskirchentum ins Unrecht setzen und die evangelikale Frömmigkeit als überlegene Form des Christentums erweisen sollen. Man kann daher sagen: Einerseits ist die Bibel die geteilte Grundlage, auf der strittige theologische Fragen diskutiert werden könnten. Als eine solche Entscheidungsinstanz wird sie insbesondere von den evangelikalen Seite ins Spiel gebracht. Allerdings wird in der Regel schnell deutlich, dass die Schrift diese Funktion nur einnehmen könnte, falls man sich auf gemeinsame Kriterien ihrer Auslegung einigt. Aber welche Kriterien kommen dafür in Frage?

Es wäre nun so übergriffig wie sinnlos, als Bedingung für den Dialog evangelikale Gesprächspartner erst einmal auf die „modernen“ Methoden der historisch-kritischen Bibelwissenschaften verpflichten zu wollen. Dieses normative Verständnis bedeutet nicht zuletzt ein tiefgreifendes Missverständnis der historisch-kritischen Methode.4 Als Bündel von philologischen und historischen Interpretationstechniken sowie impliziten theologischen Vorannahmen ist sie gerade kein Glaubensgegenstand, dem man sich verschreiben und zu dem man sich bekennen müsste. Es handelt sich um wissenschaftliche Hypothesen und Instrumente, die sich im akademischen Kontext für die Interpretation und Auslegung der biblischen Texte in besonderem Maße bewährt haben. Als solche müssen (und ich meine auch: können!) sie ihre Plausibilität im ökumenischen Dialog allererst unter Beweis stellen.

Falsch verstanden ist die historisch-kritische Methode auch, wenn sie lediglich dazu benutzt wird, die Geltung bestimmter Schriftstellen oder die Bedeutung der Schrift als ganzer zu relativieren. Dazu ist nur theologische Sachkritik imstande. Stattdessen wäre herauszustellen, dass die historisch-kritische Erforschung nach Verständnis einer liberalen Theologin erst dazu befähigt, das Gotteswort der Bibel in seiner Unterschiedenheit von unseren eigenen Vorurteilen und Prägungen ernst zu nehmen.

Etwas absurd erscheint eine solche Forderung nach „konsequenter Historisierung“ der Schrift zudem, wenn man ehrlicherweise zugibt, dass viele evangelische Theologinnen und Theologen in ihrem beruflichen Alltag keineswegs immer die entsprechenden historisch-kritischen Methoden anwenden. Vielmehr herrscht wohl ein Umgang mit der Schrift vor, der sich von evangelikaler Bibelauslegung kaum unterscheidet. So werden Bibeltexte relativ unbefangen von den eigenen Vorannahmen her gedeutet und ihr jeweiliger Sinn eher „erfühlt“ als mit wissenschaftlich kontrollierter Methodik erhoben. Das ist nicht schlimm, aber man sollte es offen zugeben.

Wenn man trotzdem zu ganz anderen Ergebnissen kommt, hängt das an der (oft theologisch wenig durchdachten!) Unterscheidung zwischen einem überschaubaren Bestand an Bibelstellen, die jeweils als besonders relevant erachtet werden („Kanon im Kanon“), und dem weniger verbindlichen Rest an Texten. Eine solche Unterscheidung treffen faktisch die evangelikalen Gesprächspartner, aber unter anderen Voraussetzungen.

Ja, ich würde noch weiter gehen: Man kann teilweise den Verdacht haben, dass wir den Vorwurf des Fundamentalismus oder Biblizismus vor allem deshalb so schnell zur Hand haben, weil wir die ehrliche Auseinandersetzung auf der Basis der Schrift fürchten. Es ist kein Geheimnis: Um die Bibelkenntnisse vieler evangelischer Theologinnen und Theologen ist es nicht gut bestellt. Wie steht es mit den klaren theologischen Kriterien und transparenten Regeln, welchen Bibelstellen welches Gewicht zukommt und wie sie auf heutige Problemlagen anzuwenden sind? Wenn wir uns einer Diskussion mit bibelfesten Evangelikalen nicht gewachsen fühlen, sollte nun aber eher Grund sein, die eigenen Kenntnisse zu erweitern und die biblischen Fundamente der eigenen Theologie zu klären, als Schriftargumente pauschal zu diskreditieren.

Weiterführend wäre gerade eine Besinnung auf das reformatorische Prinzip sola scriptura. Diese Exklusivpartikel ist, wie ich meine, als eine Diskursregel zu verstehen. Sie sichert auch allen Nicht-Theologen die Beteiligung am theologischen Diskurs und die Überprüfung theologischer Entscheidungen, weil diese sich als Auslegung der Schrift begründen und bewähren müssen. Damit verbürgt sie Evangelikalen wie landeskirchlichen Christen das Recht und die Pflicht, von der anderen Gruppe die gemeinsame Überprüfung theologischer Streitthemen am Zeugnis der Bibel einzufordern. Die Geltung der Schrift als Regel und Richtschnur allein ist Voraussetzung für die Diskussion – wobei es zunächst offen bleiben kann, worin genau diese Geltung besteht und wie sie sich auswirkt!

Der Streit um die Wahrheit der Schrift ist der angemessene Weg, theologische Aussagen zu entwickeln und zu prüfen – darin müssten sich reformatorisches und evangelikales Selbstverständnis eigentlich treffen. So scheint mir sinnvoll, mit dem gemeinsamen Lesen der Bibel zu beginnen. Welche Texte sind uns besonders wertvoll und warum? Was für einen Einfluss haben sie für unser Selbstverständnis, unser Gottesbild und unsere Lebensführung? Woran stoßen wir uns in der Bibel und wie gehen wir damit um?

Was erwartet uns?

Was wird uns passieren, wenn wir uns neu auf dieses Feld ökumenischer Begegnungen einlassen?

Wir werden Menschen treffen, die unsere Gemeinden als Missionsgebiete betrachten. Menschen, die uns und unsere Lebenswirklichkeit als Feindbild und dunkle Gegenfolie brauchen, um innerhalb ihrer Gemeinden den Psychodruck und eine repressive Moral aufrecht zu erhalten. Auch solche, deren zunächst überschwängliche Freundlichkeit plötzlich einfriert oder ins glatte Gegenteil kippt, sobald wir mit unseren Positionen zu Frauen, Homosexuellen, Juden und Muslimen herausrücken. Wir werden unseren Anspruch, Kirche Jesu Christi zu sein, verteidigen müssen.

Aber das ist nur die eine Seite. Wir werden sicher auch Menschen treffen, die uns unmittelbar nahe sind. Die aus einer tiefen, überzeugenden Gottesbeziehung leben. Deren Bekenntnis zu Jesus Christus uns ansteckt und herausfordert. Die uns sanft zwingen, unsere fragmentarischen Bibelkenntnisse aufzufrischen. Die im Gegenzug vielleicht sogar dankbar sind, wenn wir im Umgang mit der Bibel neue, befreiende Perspektiven eröffnen können.

Und das wird unsere Theologie beeinflussen. Denn wir müssen sie plötzlich Menschen erklären, die einige unserer Selbstverständlichkeiten in Frage stellen – aber die uns trotzdem nicht erlauben, theologischen Fragen auszuweichen, uns auf die Ebene der allgemein menschlichen Richtigkeiten und Gefühligkeiten zurückzuziehen. Vielleicht färbt ein wenig von dem evangelikalen Glaubenseifer ab, der sich des Evangeliums auch in einer weitgehend säkularen Öffentlichkeit nicht schämt.

Das wird spannend und bereichernd! Bestimmt!

 

 

1 In gewisser Weise entspricht das der Situation im interreligiösen Dialog mit den Muslimen. Es dürfte zu den ersten Herausforderungen innerprotestantischer Ökumene gehören, die repräsentativen Strukturen zu stärken oder überhaupt zu schaffen, welche dann für den Dialog benötigt werden. Dies dürfte am Besten gelingen, indem vor Ort Formen der ökumenischen Begegnung geschaffen werden, die dann schrittweise erweitert und überregional vernetzt werden. Auch kann man auf bestehende Foren wie die Evangelische Allianz aufbauen.

 

2 Ob es nicht auch charismatische Formen gibt, bei denen der Heilige Geist im Vordergrund steht, kann hier außer Acht bleiben.

 

3 Ausgeblendet kann hier die Verhältnisbestimmung zu den Ostkirchen bleiben. Vermutlich kommt in diesem Zusammenhang der römisch-katholischen Kirchen eine analoge Vermittlerfunktion zu, wobei die historisch gewachsenen lutherisch-orthodoxen Beziehungen im Baltikum und in Rumänien ebenfalls fruchtbar sein können.

 

4 Zur Sackgasse einer „normativen Moderne“ vgl. auch diesen älteren Text von mir.

Ein Gedanke zu “Allein mit der Schrift.”

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